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Hermann Weber
Nikolaus
Betscher
Hermann
Weber, Professor an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst
+ Design in Halle/Saale, hat sich zu diesem gewaltigen Zyklus, der rund
80 Arbeiten umfasst, von einer historischen Person inspirieren lassen:
Nikolaus Betscher (1745 – 1811) war der letzte Abt der Prämonstratenserabtei
Rot an der Rot. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803
aufgegeben und Betscher sowie ein großer Teil der Stiftsleute im
deutschen Südwesten ihres Lebensmittelpunktes, in geistiger und weltlicher
Hinsicht, beraubt.
Betscher war neben seiner administrativen Tätigkeit auch ein hochbegabter
Komponist, dessen Werke heute noch aufgeführt werden.
Die Tragik seiner Existenz hat den Künstler Hermann Weber, der aus
derselben Region wie Betscher stammt, in den Bann der historischen Persönlichkeit
gezogen. An ihm lassen sich auch Facetten des Weltempfindens, im Angesicht
von Zerfall und Zweifel, wahrnehmen. Die Bilder Webers zeigen Körper,
die nur von ihrem Ornat getragen scheinen, dann wieder schemenhafte Figuren,
die von allem Ballast befreit sind.
Die Beiträge von Dr. Barbara Regina Renftle, Prof. Wolfgang Schenkluhn,
Wolfgang Urban M.A. sowie ein Gespräch zwischen Dr. Michael Kessler
und Prof. Hermann Weber beleuchten auf eindrucksvolle Weise die Wucht
der Einsicht Webers in die Persönlichkeit Betschers und der Nutzen,
der für die Kunst und das Leben in unserer Zeit daraus gewonnen werden
kann.
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