Paperback
48 Seiten
42 farb. Abb.
€ 12
ISBN
978-3-88190-471-1

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Katalog zur Ausstellung in der Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
Malerkolonie
Im
Zusammenhang mit der derzeit stattfindenden Renaissance der Malerei hat
auch die Landschaftsmalerei an öffentlicher Aufmerksamkeit zurückgewonnen.
Diese Entwicklung greift die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt
mit der Ausstellung „Malerkolonie“ auf, die am Donnerstag
25. Januar 2007 um 19 Uhr eröffnet wird und bis 15. April dauert.
Gezeigt werden rund 70 Arbeiten von fünf Künstlern, die sich
in ihrem Werk in der Hauptsache dem Motiv „Landschaft“ widmen.
Jürgen Wiesner, Amei, Wolfram Scheffel, Susanne Zuehlke und Benedikt
Forster (siehe beigefügtes Foto, von links nach rechts) begreifen
sich, auch wenn sie überwiegend im Raum Karlsruhe leben und arbeiten,
nicht als Kolonisten eines bestimmten geographischen Gebiets, das sie
sich als Ort der Inspiration und ihres Wirkens ausgesucht haben, sondern
als „Siedler“ im Feld zurückgewonnener Malerei. Allerdings
vollzieht sich diese Neuansiedlung in der Landschaftsmalerei nicht romantisch
rückwärtsgewandt. Sie ist auch kein postmodernes Unternehmen,
das sich an der klassischen Vormoderne durch Übernahme historistischer
Versatzstücke orientiert. Die fünf Kolonisten nutzen stattdessen
die Methoden und Praktiken der modernen Malerei des 20. Jahrhunderts und
transformieren diese auf eine wirklichkeitsbezogene, neue Darstellungsebene.
So belebt Amei die vordergründige Ähnlichkeit zur Neuen Sachlichkeit
mit einer dramatischen Empathie, die den Betrachter unweigerlich anrührt
und betroffen macht, während die impressionistische Duftigkeit der
Arbeiten von Benedikt Forster sich auf der Grundlage von Kenntnissen der
Materialbildphase gestalten. Bei Jürgen Wiesner erlebt der Expressionismus
eine Verwandlung in eine raumgreifende, plastische Präsenz, Wolfram
Scheffel belegt seine Weltansichten mit konstruktiver, chromatischer Ironie
und Susanne Zuehlke nutzt ihre gestischen Farbfelder zur Gestaltung landschaftlicher
Anmutungen, die in ihrer farbigen Gestimmtheit und Flächenaufteilung
eine gewisse Nähe zu dem japanischen Holzschnittkünstler Hiroshige
vermuten lassen.
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