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Johannes Hucke
Frankfurter
Stückchen
Ein Märchen aus der neuen Altstadt
Luis Sebastiano Sterlepper, Spross einer Frankfurter Emigrantenfamilie,
kehrt nach 70 Jahren im südpazifischen Exil an den Main zurück.
Assistiert von Watzmann und Schwellkobb, dem als „Rotz & Wasser“
firmierenden stadtbekannten Gesangsduo für „Hinnerngrunzmusik“,
dringt Sterlepper in die Römer-Schaltzentrale vor. Sein Anliegen:
Die Frankfurter Altstadt zwischen Dom und Römer wieder aufbauen,
genau so wie sie ihm von seinen Eltern immer beschrieben worden ist. Zumindest
an einem mangelt es ihm ganz und gar nicht: an Kapital. Nach und nach
laufen die Leute zu ihm über. Verbissen wehrt sich eine intellektuelle
Bürgerinitiative um den Star-Architekten Heiko Stielicke und die
Kulturjounalistin Ariadne Wieslinger-Seitz – allein, vergeblich.
Zum großen Rückbau schwingt Sterlepper die Hacke ausgerechnet
am Stolz einer halben Generation: Die „Kulturschirn“ sinkt
in Trümmer. In Rekordzeit entsteht die Altstadt neu – schließlich
will der Senior ja noch etwas von seinem Werk haben. Doch ein Verfahrensfehler
gefährdet plötzlich das gesamte Projekt ...
Johannes
Hucke, Jahrgang 1966, 20 Jahre Frankfurt, mehrfach ausgezeichnet
vom Hessischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, im Südwesten
bekannt für Weinlesebücher und Theaterstücke, ist ebenfalls
aus dem Exil zurückgekehrt; mit der Frankfurter Altstadt verfährt
er (zunächst) auf kostensparende Weise: In seiner Phantasiereise
lässt er sie wiedererstehen als poetische Vision ... und verordnet
der Frankfurter Lokalliteratur ganz nebenbei eine Verjüngungskur.
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