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Nr. 79
96 Seiten
reich bebildert
Einzelheft € 12 / sFr 21
ISSN 0720-3098
ISBN 978-3-88190-480-3


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Die neue allmende – Zeit für Statussymbole

allmende 79
Zeitschrift für Literatur

Herzlichen Glückwunsch
zum 80. Geburtstag, verehrter Martin Walser!

Der langjährige Mitherausgeber der allmende, der streitbare und engagierte Schriftsteller, der die Geschichte der Bundesrepublik seit ihren Anfängen literarisch begleitet, hat sich mit seinem Werk in die Literaturgeschichte eingeschrieben wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor. Geprägt von den Jahren des Krieges, den er noch, wie viele Schriftsteller seiner Generation, unmittelbar als „Flakhelfer“ erleben musste, ergriff Martin Walser die sich öffnenden Perspektiven der Nachkriegsjahre und avancierte schnell zu einer der wichtigsten intellektuellen Stimmen des Landes. Jörg Magenau, sein Biograph, skizziert den Lebensweg Martin Walsers bis heute. Wir wünschen uns viele weitere Bücher und Eingriffe in die politischen Diskussionen – so schmerzhaft und provokativ sie manchmal auch sein mögen. Denn was Martin Walser in seiner Person repräsentiert, ist auch die Stimme einer literarischen Öffentlichkeit, die nicht gewillt ist, gesellschaftliche Tendenzen unkommentiert zu lassen.

Im Zentrum des vorliegenden Heftes stehen die Lyrik und der Essay. Junge Stimmen, Debütanten und bekannte Namen dokumentieren, dass sich mit der lyrischen Form aktuelle Befindlichkeiten literarisch auf hohem Niveau artikulieren und die Wahrnehmungen sich über das je eigene Ich wieder hinauszuwagen beginnen. Darüber wird zu reden sein, denn bundesweit wird zur Zeit über die Avantgarden und die Möglichkeiten der lyrischen Sprache neu verhandelt – ein gutes Zeichen für den literarischen Diskurs. Dazu fügt sich, dass es Uwe Pörksen gelungen ist, das Gesamtwerk von Rainer Maria Gerhardt, der mit Blick auf die amerikanische Literatur auch in Deutschland einen neuen lyrischen Ton zu etablieren versuchte, im Wallstein-Verlag vorzulegen. Ein Ereignis, auf das man tatsächlich Jahrzehnte gewartet hat – und ein Dokument über die Anfänge des Neubeginns nach 1945. Peter Härtling erinnert daran, und an Leben und Werk von Rainer Maria Gerhardt in einer großen Rede in der Berliner Akademie der Künste. Dass Literatur aktuelle Diskussionen aufgreift, das zeigen Karl-Heinz Ott mit seinem Essay über das Verhältnis von Literatur und Moral und Rainer Wochele mit einem Ausschnitt aus seinem in Entstehung begriffenen neuen Roman, in dessen Zentrum die Massaker in Ruanda stehen werden – ein Versuch, der den Blick auf historische Ereignisse lenkt, die von der europäischen Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen oder schnell vergessen werden.

Wir wünschen den Leserinnen und Lesern der allmende einen erholsamen und konstruktiven Lesesommer und einen spannenden Bücherherbst. Die nächste Nummer der „Zeitschrift für Literatur“ wird im November erscheinen.



Ausgabe Nr. 79 mit Beiträgen u.a. Eva-Maria Berg · Evelyn Brandt · Eva Ehrenfeld Matthias Falke · Peter Härtling · Andreas Kohm · Claudia Löffler · Jörg Magenau
Maurice Meijer · Claudia Nehm · Karl-Heinz Ott · Dirk Praller · Andreas Riga
Claudia Weise · Rainer Wochele

Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag.
Hg. von Manfred Bosch & Hansgeorg Schmidt-Bergmann
im Auftrag der Literarischen Gesellschaft, Karlsruhe