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Badisches Landesmuseum Überwiegend wurden die Frauen als Goldschmiedin tätig und gestalteten Schmuck. Nur wenige arbeiteten auch als Silberschmiedin und stellten Luxus- und Gebrauchsgerät her: Kaffee- und Teeservice, Tafelsilber, Vasen, Kannen, Schalen, Dosen, Becher und sogar Bestecke. Paula Straus (1894–1943), Emmy Roth (1885–1942) und Christa Ehrlich (1903–1995) gingen noch einen Schritt weiter: Sie wurden zu den ersten „Industriedesignerinnen“ der Silberbranche. In erstaunlich kurzer Zeit vermochten sie serielle Silberwaren mit einer eigenen Produktlinie zu gestalten. Ihre Formfindungen von sachlicher Einfachheit, hoher Funktionalität und technischer Perfektion überraschen heute noch – viele ihrer Arbeiten wirken zeitlos modern. Was sich das Weimarer Bauhaus (1919?–?1925) auf seine Fahnen als Zukunftsvision geschrieben hatte, wurde von einigen dieser Frauen bereits geleistet. Ihr Erfolg und ihre Bedeutung als Gestalterinnen gerieten durch die Ereignisse nach 1933 jedoch in Vergessenheit. Die Karlsruher Ausstellung ermöglicht nun erstmals die Wiederentdeckung von Werk und Viten dieser meist wenig bekannten Kunsthandwerkerinnen: In einzelnen Kapiteln zeigt sie Arbeiten von Paula Straus und Emmy Roth, Eilfriede Berbalk, Marga Jess, Martha Flüeler-Haefeli, Erika Spitzbarth-Petersen, Hilde Vollers, Gemma Wolters-Thiersch, Erna Zarges-Dürr und sechs weiteren Künstlerinnen. Anhand von rund 200 Exponaten und gemeinsam mit der begleitenden Publikation nimmt die Ausstellung so eine Korrektur in der Geschichte des Kunsthandwerks und des Designs für die Zeit vor 1945 vor. |
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